Wie können demokratische Gesellschaften widerstandsfähig bleiben? Welche Rolle spielen unabhängige Medien in Zeiten von Desinformation, Deepfakes und sinkendem Vertrauen in Institutionen? Und wie können Stiftungen gesellschaftliche Wirkung entfalten, ohne sich auf klassische Fördermodelle zu beschränken? Diese Fragen prägten den Deutschen Stiftungstag 2026 in Hamburg, bei dem für die Deutsche Stiftung für Qualitätsjournalismus (DSQJ) die Vorstandsmitglieder Anne Webert und Pascal Hesse präsent waren.
Unter dem Motto „Aus Freiheit handeln“ versammelte der Deutsche Stiftungstag rund 2.250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und bestätigte damit erneut seine Rolle als wichtigste Veranstaltung des deutschen Stiftungswesens. Als Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen ist die DSQJ Teil einer Gemeinschaft von mehr als 4.500 Mitgliedern, die sich für die Stärkung von Demokratie, Zivilgesellschaft und Gemeinwohl engagieren.
KI-Einsatz, Deepfakes und neue Wege zur Finanzierung
Das Programm spiegelte die großen Herausforderungen wider, mit denen sich Stiftungen, Medien und gesellschaftliche Institutionen derzeit auseinandersetzen. Diskutiert wurden unter anderem die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Öffentlichkeit und Journalismus, Strategien gegen Desinformation und Deepfakes, die Zukunft demokratischer Debatten sowie neue Wege zur Finanzierung und Förderung gesellschaftlicher Projekte. Zu den Gästen und Referent gehörten unter anderem Giovanni di Lorenzo, Teresa Ribera, Eckart von Hirschhausen, Marc-Uwe Kling, Gesine Schwan, Masih Alinejad und Can Dündar.
Für die DSQJ standen insbesondere Themen an der Schnittstelle von Journalismus, Demokratie und Stiftungsarbeit im Mittelpunkt. Anne Webert und Pascal Hesse forcierten bei Veranstaltungen und in Gespächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Stiftungscommunity unter anderem Themen wie fundierter Strategieentwicklung, Stärkung demokratischer Strukturen auf kommunaler Ebene, neue Ansätzen der Mittelakquise sowie zu den Auswirkungen von Deepfakes auf Medien und Gesellschaft.
Besonders wertvoll war der Austausch mit Akteurinnen und Akteuren, die neue Wege der Journalismus- und Demokratieförderung beschreiten. Gespräche fanden unter anderem mit Martin Kotynek, Geschäftsführer des Media Forward Fund, statt. Der Fonds unterstützt unabhängige Qualitätsmedien beim Aufbau tragfähiger und langfristig nachhaltiger Geschäftsmodelle. Weitere Kontakte wurden mit Vertreter von ProjectTogether, Correctiv und Publix vertieft oder neu geknüpft.
Große Aufmerksamkeit erregten zudem Projekte, die auf gesellschaftliche Zusammenarbeit und lokale Problemlösungen setzen. Vorgestellt wurden Initiativen, die Menschen aus Kommunen, Vereinen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringen, um konkrete Herausforderungen vor Ort anzugehen und demokratischen Zusammenhalt zu stärken. Diese Perspektive zog sich wie ein roter Faden durch zahlreiche Diskussionen des Stiftungstags.
Qualitätsjournalismus-Fördererin Stephanie Reuter neu im Vorstand des Bundesverbands Deutscher Stiftungen
Im Rahmen der im Rahmen des Deutschen Stiftungstags anberaumten Mitgliederversammlung wurde zudem ein neuer Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen gewählt. Die DSQJ gratuliert insbesondere Stephanie Reuter, geschäftsführende Vorständin der Rudolf Augstein Stiftung, zu ihrer Wahl in das Führungsgremium des Verbandes. Die Rudolf Augstein Stiftung engagiert sich seit vielen Jahren für die Förderung von Qualitätsjournalismus, investigativer Recherche und unabhängigen Medienprojekten. Darüber hinaus unterstützt sie Vorhaben in den Bereichen Kunst und Soziales. Zwischen der Rudolf Augstein Stiftung und der DSQJ bestehen in der Förderung von Qualitätsjournalismus und der Stärkung einer freien, unabhängigen Medienlandschaft zahlreiche inhaltliche Berührungspunkte. Umso mehr freut es uns, dass mit Stephanie Reuter künftig eine ausgewiesene Journalismus- und Stiftungsexpertin im Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen vertreten ist.



Neben den Fachveranstaltungen und der jährlichen Mitgliederversammlung im Rahmen des Deutschen Stiftungstags bot dieser vor allem die Möglichkeit zur persönlichen Vernetzung. Für die DSQJ ergaben sich zahlreiche Gespräche mit Stiftungsverantwortlichen, Förderorganisationen, Journalistinnen und Journalisten und weiteren Akteurinnen und Akteuren aus dem Medien- und Demokratiebereich.
Der Deutsche Stiftungstag 2026 machte deutlich, dass Fragen der Medienqualität, der demokratischen Öffentlichkeit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts längst zentrale Themen des Stiftungssektors geworden sind. Für die DSQJ bot die Veranstaltung wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen sowie die Gelegenheit, bestehende Netzwerke auszubauen und neue Kontakte für die künftige Stiftungsarbeit zu gewinnen.

